Kapelle und Eremitenhaus

an nimmt an, dass Sennen der Ebenalp in der Wildkirchlihöhle eine Andachtsstätte errichtet hatten. Der aus Appenzell stammende Kapuziner P.Philipp Tanner liess vor der Felsgrotte ein Türmchen mit einem grossen Kreuz, in der Grotte einen neuen hölzernen Altar errichten. Im November 1621 führte er denn auch regelmässig Wallfahrtsgottesdienste durch.

 
  Die Einsiedelei beim Wildkirchli
Johann Baptist Isenring (1830)
Landesarchiv Appenzell
Wildkirchli oder St. Michaels Kapelle
Johann Baptist Isenring (1830)
Landesarchiv Appenzell


farrer Paulus Ulmann liess in späteren Jahren einen steinernen Altar und eine Sakristei in der Kirchlihöhle und ein Eremitenhäuschen in der unteren Höhle errichten. Von 1656 an fanden wieder Gottesdienste statt. Das Schutzengelfest im Sommer und der Michaelstag im Herbst waren ihm besonders wichtig, und es lag ihm viel daran, diese Tradition weiterzuführen. Zu diesem Zweck gründete er die Wildkirchlistiftung, der er sein Vermögen vermachte. Diese Stiftung verwaltet noch heute den Besitz und ist für die Durchführung der Gottesdienste an beiden Hauptfesten besorgt.
Nach verschiedenen Umbauten und Renovationen wurde 1860 das quadratische Glockentürmchen gebaut. Das wuchtige Naturgewölbe verleiht der Kapelle einen heimeligen und zugleich romantischen Charakter.


Der jährliche Gottesdienst in der
St. Michaels Kapelle
Johann Baptist Isenring (1830)
Landesarchiv Appenzell


Quelle: Unser Innerrhoden, 1991 Lehrmittelverlag Appenzell-Innerrhoden
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